Multimodale Therapieverfahren
Multimodale Therapien sind standardisierte Behandlungsverfahren, die Therapieansätze auf medizinischer, psychologischer und physiotherapeutischer Ebene interdisziplinär umfassen. Für den gesamten Versorgungsprozess soll eine Ärztin/ein Arzt eine „Lotsenfunktion" übernehmen. Sie/er ist erste Anlaufstelle für die Erkrankten und koordiniert sämtliche Behandlungsschritte.
Medizinische Ebene
Ganzheitliche Diagnostik des Patienten, Ausschluss von alarmierenden Risikofaktoren ("Red Flags"), Überprüfung und Optimierung der medikamentösen Schmerztherapie, Vermittlung von Wissen über Wirkung und Nebenwirkungen von Analgetika, Vermittlung eines bio-psycho-sozialen Krankheitsmodells.
Psychologische Ebene
Diagnostik von psychosozielen Risikofaktoren ("Yellow Flags"), Vermittlung von Kenntnissen und Fertigkeiten zur Schmerzbewältigung, Beratung zum Umgang mit Stress im Alltag und Beruf, Erlernen von Entspannungsverfahren, Vermittlung eines bio-psycho-sozialen Krankheitsmodells
Physiotherapeutische Ebene
Diagnostik des biomchanischen Funktionsstatus der Wirbelsäule, Erhebung der Alltagsfunktion des Rückens, Anwendung standardisierter Fragebögen zur Beurteilung der bio-psycho-sozialen Situation des Patienten, Ausdauertraining, gezielte Kräftigung der wirbelsäulennahen Muskulatur, Verbesserung der Beweglichkeit der wirbelsäulenrelevanten Muskeln, Verbesserung der Körperwahrnehmung, Erlernen von Entspannungsverfahren, Vermittlung eines bio-psycho-sozialen Krankheitsmodells
Näheres zu multimodalen Therapien in den Nationalen Versorgungsleitlinien Kreuzschmerz.

