Chronische vs. Akute Schmerzen
Akute Rückenschmerzen
Als "akute Rückenschmerzen" gelten Rückenschmerzen, die weniger als 90 Tage anhaltend oder weniger als 182 Tage im Jahr in mehreren oder einzelnen Episoden wiederkehrend auftreten.
Bei dem erstmaligen Auftreten von akuten Rückenschmerzen besteht eine gute Prognose. Wichtig ist die Schmerzreduktion durch Medikamente und die Beibehaltung von angemessener körperlicher Bewegung. Von Bettruhe ist abzuraten.
Lediglich ca. 10% der Patienten, die das erste Mal Rückenschmerzen haben, entwickeln chronische Rückenschmerzen. Anhaltende und oft wiederkehrende Rückenschmerzen sind Warnhinweise für eine drohende Chronifizierung, ebenso wie eine Arbeitsunfähigkeit, die länger als 4 Wochen andauert.
Chronische Rückenschmerzen
Patienten, die länger als sechs Monate anhaltend oder wiederkehrend unter Schmerzen leiden, gelten als "chronische Rückenschmerzpatienten". Die Schwere der chronischen Rückenschmerzen können durch die Schmerzintensität und die alltagsbedingten Einschränkungen bestimmt werden (z.B. durch den Fragebogen 'CPG' von Von Korff, 1992).
Häufig gehen chronische Rücken- und Nackenschmerzen mit psychosozialen Risikofaktoren einher, wie zum Beispiel:
- Konflikte am Arbeitsplatz
- Konflikte in der Familie
- Ängstliche Aufmersamkeit auf den Körper
- Hilflosigkeit wegen der Schmerzen im Alltag
- Vermeiden von Bewegung
- Durchhaltestrategien trotz Schmerzen
Bandscheibenvorfälle sind nur bei 3-5% der Patienten eindeutige (spezifische) Ursache für chronische Rückenschmerzen. Ebenso selten sind so genannte "Verschleißerscheinungen (Degenerationen) der Wirbelsäule" eindeutige (spezifische) Ursache für chronische Rückenschmerzen.

